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Die Zeichen an der Wand -> Belsazar und Babylon: eine Chronik

Als der Bibel-König Belsazar mit seinem Hofstaat an prachtvoll gedeckten Tischen saß, erschienen sie zum ersten Mal: Menetekel – rätselhafte Zeichen an der Wand. Keiner der Schriftgelehrten war in der Lage, die wie von Geisterhand geschriebenen Buchstaben an der Wand des Palastes zu entziffern. Der Prophet Daniel aber erkannte darin die Ankündigung vom Untergang des Reiches Babylon. „Gewogen und für zu leicht befunden“ – so übersetzte er die Zeichen der Zeit.

1600: Belsazars Fest von Hans Vredeman de Vries

Hans Vredeman de Vries, geboren 1527 in Leeuwarden und 1609 in Antwerpen verstorben, war einer der bedeutendsten Renaissance-Maler.  Das genaue Datum der Entstehung seines Gemäldes "Belsazars Fest" ist nicht bekannt. Womöglich beeinflusste dieses Bild Rembrandt, der etwa 30 Jahre später das Gastmahl des Belsazar malte.

Er wurde der Perspektiven- und Architekturmaler schlechthin. De Vries führte den italienischen Baustil und die für ihn typischen Ornamente nördlich der Alpen ein. Er war Stadtarchitekt und Experte für Festungsbau in Antwerpen,  setzte nach 1585 seine Arbeit in Wolfenbüttel fort, wo er im Auftrag von Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel ein Grachtensystem anlegte. Weitere Stationen waren Hamburg und Danzig (1592). In Prag (1596) entwarf er die dortige Kunstgalerie. Im Jahre 1601 kehrte er in die Niederlande zurück, wo er wahrscheinlich bis zu seinem Tod verblieb. Wie bei keinem zweiten Künstler trugen seine graphischen Musterentwürfe zur Ausbreitung der Renaissanceornamente in der Architektur und den angewandten Künsten bei. Für die Anwendung der Zentralperspektive in der niederländischen Malerei ist sein Werk von herausragender Bedeutung. (Wikipedia)

Durch seine Tätigkeit im europäischen Exil verkörpert Hans Vredeman de Vries zugleich den kulturellen Austausch im Europa des 16. Jahrhundert. Der Weserraum war die erste Station nach seinem endgültigen Wegzug aus Antwerpen. Bis heute haben sich in dieser Region Bauwerke in außergewöhnlicher Dichte erhalten, die den Einfluß der Entwürfe und Vorlagen von Hans Vredeman de Vries zeigen. (Staff-Stiftung)




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 1635: Rembrandt malt Belsazars Gastmahl
 1720: The Run upon the Bankers
 1723: Telemann-Oper Belsazar
 1745: Händel: Oratorium Belshazzar
 1745: Über die Uraufführung von Händels Belshazzar
 1803: Gillray: Napoleon als Belsazar
 1810 (ca.): Belshazzar´s Feast in den USA
 1815: Belsazar´s Gesicht
 1815: The King was on his throne (Lord Byron)
 1821: John Martin malt Belshazzar´s Fest
 1824: Heinrich Heine: Belsazar
 1826: Belsazar´s Gesicht wird vertont
 1842: Verdi: Das Reich des Unterdrückers wird vernichtet
 1851: Belshazzar´s awful writing
 1885: Oratorium Belsazar von Reinecke uraufgeführt
 1906: Werner Wehrli beginnt mit Belsazar-Oper
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 1931: William Walton: Belshazzar´s Feast
 1935: Und das mehrmals zerstörte Babylon
 1954: He had concubines and wives (Johnny Cash)
 1965: He never sees the writing on the wall
 1969: The Melodians haben einen Reggae-Hit mit Rivers of Babylon
 1978: Boney M. mit Rivers of Babylon
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 2001: Leonard Cohen: By the Rivers dark
 2004: Babylon System (Söhne Mannheims)
 Die Trophäen einiger weniger Millionäre
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Die zugehörige Ausstellung war vom 6. März bis zum 14. April 2009 in der Stadtbibliothek Bremen zu sehen.
Gesamtkonzeption: Michael Zachcial - mit Unterstützung der Arbeitnehmerkammer Bremen,
der Stadtbibliothek Bremen und Racaille Verte


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